November 2021

Wochengebet

26.11. - 3.12.2021

An einem der Tage, die kommen, wird etwas geschehen, das du nicht kennst, noch nicht, und auch nicht verstehst, etwas, von dem du nur träumst, was du erwartest, so wie ein Wunder. Es wird etwas sein, auf das du nicht wartest, nein, das du suchst, und weißt auch nicht zu sagen, wonach, und du suchst es auch nicht, sondern findest, und nicht einmal das, es findet ja dich, dieses Lächeln, von dem du gefunden wirst, an einem der Tage, die kommen. (Lothar Zenetti)

Liebe Gemeinde, der Advent ist da, eine Zeit der Freude und der Erwartung. Bestimmt freuen Sie sich auf Glühwein und Weihnachtsmarkt, auf beleuchtete Straßen und Lichter vor den Häusern, Tee und Gebäck, Besuche und Freunde, die Erwartung eines Miteinanders und gemütlichen Beisammenseins. Dahin geht unsere Sehnsucht. Und all das ist letztlich nur ein Vorschein auf das, was wir erwarten: Weihnachten: noch mehr Lichter, noch mehr Zusammenrücken, Familie, Freude….Und eigentlich gehen unsere Erwartungen noch weiter. Lothar Zenetti beschreibt das so gut: wir können gar nicht richtig ausdrücken, worauf wir wirklich warten. In Worten lässt sich das gar nicht sagen. So ein Stück weit: Heil und Heilung, Vollkommenheit, Reich Gottes in unserer so unheilen Welt…?! Der Advent ist Zeit der Erwartung, letztlich eine Suche nach Gott. Aber der Adventsweg geht auch in die umgekehrte Richtung: Gott sucht uns, sucht uns auf an Weihnachten, er findet uns und lächelt uns zu: „dieses Lächeln, von dem du gefunden wirst, an einem der Tage, die kommen“. Wieder ist alles unsicher, was wird. Gott sei es geklagt. Aber sicher ist eins: Wir werden gefunden. Und Gott lächelt uns zu.

Lieber Gott, komm zu uns, finde uns und lächle uns zu.

(Pfrn. Rylke-Voigt)


 

Wochengebet

19.11. - 26.11.2021

Wenn ich an die denke, die bereits von mir gegangen sind, kommen mir Gedanken, die mich beunruhigen und zweifeln lassen. Habe ich ihr eigentlich jemals gesagt, wie sehr ich sie liebe? Und habe ich ihm gedankt dafür, was er mir ermöglicht hat? Habe ich ihr versichert, dass der gemeinsame Lebensweg miteinander, so wie er war, der richtige gewesen ist? Habe ich ihm immer ehrlich gesagt, was ich von seinen Meinungen und Entscheidungen halte? Die Werte und Maßstäbe, die Aufforderung dieses zu tun und jenes zu lassen, jemals ehrlich hinterfragt und ausgesprochen? Ich denke an die vielen kleinen Versäumnisse, den nicht erwiderten Kuss oder den abgesagten Besuch, das falsche Lächeln hier und da und der Gedanke der Erleichterung, wenn ich wieder wegfahren konnte. Wir haben uns oft gestritten, aber haben wir uns auch immer wieder schnell genug vertragen und dabei auch noch wirklich ausgesprochen? Und habe ich immer vor Augen gehabt, was sie braucht und er so nötig hatte, vor allem zuletzt, als es immer schwerer wurde? Hatte ich dabei mehr mich vor Augen oder sah ich klar genug auf sie? Diese Fragen machen mich unruhig und unsicher. Ich dachte, es wäre alles geklärt und gesagt – aber weiß ich das wirklich? Wenn ich jetzt könnte, würde ich noch einmal dieses sagen oder jenes tun – und ganz bestimmt vieles lassen, von dem was ich alles tat und sagte. Jetzt ist es zu spät und nicht mehr zu ändern. Zu spät auch für ehrliche Antworten auf meine Fragen. Erst recht für die Chance um Verzeihung zu bitten. Allmächtiger und gütiger Gott, du weißt das alles ohne Ausnahme, denn du kanntest sie und du kennst mich. Du schautest in ihr Herz und du schaust in meins. Ich bitte dich: Sei mir gnädig und verzeih mir für alles was nicht gut war. Hilf mir auch in der Zukunft den klaren Blick für die Anderen, die in meiner Nähe und in der Ferne niemals zu verlieren. Dann komme ich vielleicht mit mir ins Reine und kann Frieden finden.

Amen

(Pfr. Naumann) 


 

Wochengebet

12.11. - 19.11.2021

Volkstrauertag --- Buß- und Bettag --- Stuttgarter Schuldbekenntnis

Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland gegenüber den Vertretern des Ökumenischen Rates der Kirchen

„Der Rat der Evangel. Kirche in Deutschland begrüßt bei seiner Sitzung am 18./19. Okt. 1945 in Stuttgart Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen.

Wir sind für diesen Besuch um so dankbarer, als wir uns mit unserem Volk nicht nur in einer großen Gemeinschaft der Leiden wissen, sondern auch in einer Solidarität der Schuld. Mit großem Schmerz sagen wir: Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden. Was wir unseren Gemeinden oft bezeugt haben, das sprechen wir jetzt im Namen der ganzen Kirche aus: Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.

Nun soll in unseren Kirchen ein neuer Anfang gemacht werden. Gegründet auf die Heilige Schrift, mit ganzem Ernst ausgerichtet auf den alleinigen Herrn der Kirche gehen sie daran, sich von glaubensfremden Einflüssen zu reinigen und sich selber zu ordnen. Wir hoffen zu dem Gott der Gnade und Barmherzigkeit, dass er unsere Kirchen als sein Werkzeug brauchen und ihnen Vollmacht geben wird, sein Wort zu verkündigen und seinem Willen Gehorsam zu schaffen bei uns selbst und bei unserem ganzen Volk.

Dass wir uns bei diesem neuen Anfang mit den anderen Kirchen der ökumenischen Gemeinschaft herzlich verbunden wissen dürfen, erfüllt uns mit tiefer Freude.

Wir hoffen zu Gott, dass durch den gemeinsamen Dienst der Kirchen, dem Geist der Gewalt und der Vergeltung, der heute von neuem mächtig werden will, in aller Welt gesteuert werde und der Geist des Friedens und der Liebe zur Herrschaft komme, in dem allein die gequälte Menschheit Genesung finden kann.

So bitten wir in einer Stunde, in der die ganze Welt einen neuen Anfang braucht: Veni creator spiritus!“ Stuttgart, den 18./19. Okt. 1945 

(Pfr. Grimm)


 

Wochengebet

05.11. - 12.11.2021

Die Sehnsucht nach Erneuerung prägt den Drittletzten Sonntag des Kirchenjahres. Woran erkennen wir, dass Gottes Reich angebrochen ist? Wann wird endlich Frieden sein? „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen“, heißt es im Wochenspruch. Die Erneuerung beginnt schon jetzt – und steht noch aus. Deshalb habe ich für diese Woche ein Gebet von Harald Rohr ausgesucht.

Als Jesus Mensch wurde, hast Du der Schöpfung von neuem Dein Jawort gegeben: „Friede auf Erden“; Friede nicht in ferner Zukunft, nicht in einem unbekannten Himmel oder der verschlossenen Kammer unseres Herzens, sondern mit Händen zu greifen wie das tägliche Brot.

Wir danken Dir für alle Menschen, denen das Evangelium Deines Friedens zum persönlichen Ansporn, zur Inspiration, zur Kraftquelle geworden ist bei ihrem Friedensdienst auf den militärischen, sozialen und ökologischen Kriegsschauplätzen unserer Tage.

Wir danken Dir auch für alle Menschen des Friedens, zu denen Du in anderen Sprachen sprichst, als durch die Botschaft und die Traditionen unseres Glaubens.

Keines unserer Gebete kann alle Orte, Schicksale und Taten beim Namen nennen, die heute dem Wort „Krieg“ seine schreckliche Bedeutung geben. Aber Du bist der Gott, der sich niemals resigniert und überfordert abwendet, wenn Mensch oder Tier aufschreien als willkürliche und hilflose Opfer des Krieges.

Gib unserer Zeit Deinen Frieden, höher als unsere Vernunft, so wie wir ihn fassen können: als Mut zum ersten Schritt, als Kraft gegen den Strom zu schwimmen, als Weitblick, hinaus über die Enge eigener Interessen, als Mitleid, das zur Tat wird, als Sinn für Gerechtigkeit, als die Freiheit, ohne den Schutz von Waffen zu leben, damit Dein Wort des Friedens seine Frucht bringt, hier und heute.

Harald Rohr war Pfarrer in Herne, Begründer des Dritte Welt Zentrums Herne und ein weltweit bekannter engagierter Mensch für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt.

Diakon Awiszio 


 

Ergebnis der letzten Altpapiersammlung

Bei der letzen Altpapiersammlung am 13. November 2021 wurden 23.95 Tonnen Altpapier gesammelt.

Danke an alle Helfer*innen!