Juli 2021

Wochengebet

30.07. - 06.08.2021

Wochengebet aus dem evangelischem Gesangbuch Nr.995


Gott, segne mich,
wenn ich trinke.
Auch wenn ich mitschuldig bin,
wenn frisches Wasser rar wird
und grüne Auen verrotten,
so bleibt mir doch dein Wort,
das wie lebensspendendes Wasser
die Seele erquickt.
Gott, segne mich,
wenn ich gehe.
Auch wenn die Straßen meiner Zeit
mich durch finstere Täler führen,
auch wenn meine Wege
nicht meine Wege bleiben und sich
in einer ungewissen Zukunft verlieren,
so ist doch deine Gegenwart
stets meine Zukunft,
die mich in der Angst tröstet.
Gott, segne mich,
wenn ich esse, was der Markt bietet.
Auch wenn ich an bereiteten Tischen sitze
im Angesicht der Hungernden,
auch wenn mir voll eingeschenkt wird
und ich mein Haupt hoch tragen kann,
so brauche ich dennoch
deinen Stecken und Stab,
um nicht übermütig zu werden,
um Gutes zu tun
und barmherzig zu bleiben
unter deinem Segen.

(Diakon Awiszio) 


 

Wochengebet

25.07. - 30.07.2021

„Lieben mit der Tat und mit der Wahrheit“

Liebe Gemeinde, noch sind wir erschüttert von den Bildern des Hochwassers, der großen Zerstörung, die in etlichen Städten und Dörfern geschehen ist, obwohl nur kleine unscheinbare Bäche hindurchflossen. Und mehr noch erschüttert sind wir von dem Leid, von Menschen, die gestorben sind, und von denen, die ihr ganzes Hab und Gut verloren haben. Schon die Vorstellung davon lässt uns erschauern.

In solchen Tagen kommt es darauf an: dass Hilfe kommt, ganz praktisch und konkret. Dass Menschen sich denen an die Seite stellen, die vor den Trümmern ihres Lebens stehen. Nächstenliebe ist ein wichtiges Kennzeichen christlichen Glaubens. Wer Gott liebt, liebt auch den Nächsten. Johannes ist es wichtig, dass dies nicht nur mit vollmundigen Versprechen und schönen Worten geschieht. Er sagt:

Lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. (1. Joh. 3.18 – Tageslosung für den 25.7.)

Gott sei Dank, nicht nur die Profis waren zur Stelle, sondern da kamen auch Fremde, die mitschaufelten, mit anpackten, Essen zur Verfügung stellten, einfach da waren – Liebe mit der Tat. Auch wir können Nächstenliebe zeigen und z.B. finanziell unsere Hilfe anbieten – da zählt jeder Cent – ob es die großen Hilfswerke wie unsere Diakonie-Katastrophenhilfe sind oder ob – wie wir es in Gottesdiensten tun – unsere Unterstützung einer Gemeinde wie Hohenlimburg gilt, für ihre Hilfe, die sie vor Ort organisiert – alles ist Liebe mit der Tat.

Und die Wahrheit muss dazu kommen. Sie gehört zur Liebe dazu. Sich dem stellen, dass wir zu lange weggeschaut haben, als schon vor 25 Jahren Wissenschaftler vor dem Klimawandel warnten, wenn wir unser Leben nicht ändern. Das gehört auch dazu: Sich einzugestehen, dass die Katastrophe nicht zuletzt auch durch unsere Fehler der Vergangenheit passiert ist. Um dann wieder zur Tat zu kommen: die Schöpfung Gottes lieben und endlich etwas ändern. Lasst uns anfangen: Liebe zu Gott, Mensch und Schöpfung in der Tat und in der Wahrheit.    

(Pfrn. Rylke-Voigt) 


 

Wochengebet

09.07. - 16.07.2021

Viele Wochen und Monate haben wir keine Gottesdienste gefeiert.
Viele Wochen und Monate haben wir kein Abendmahl gefeiert.
Viele Wochen und Monate haben wir auf Hochzeiten und Jubiläen, Konfirmationen und Taufen verzichten müssen und haben sie verschoben.
Viele Feiern sind im Nachhinein auch ausgefallen.

Das hat uns traurig und unruhig gemacht.

Wir freuen uns, dass wir nun wieder Abendmahl feiern.
Wir freuen uns, dass Konfirmationen und Hochzeiten wieder stattfinden.
Wir freuen uns, dass wir wieder taufen können.
Denn gerade in der Taufe erleben wir Gottes Zuwendung zu uns Menschen.

Wir erfahren dort auch, dass wir zur weltweiten Gemeinde Jesu Christi gehören.
Dies wird im Taufbefehl Jesu und seine Zusage immer wieder deutlich: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker; Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,18-20)
 

Und im Wochenspruch aus Jesaja 43,1 heißt es: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ Der Beter in Psalm 139 sagt: Du, Gott, verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Hand mich halten. 

(Pfr. Grimm)


 

Wochengebet

02.07. - 09.07.2021

Das Versöhnungsgebet der Kathedrale von Coventry

Am 14. November 1940 flog die deutsche Luftwaffe einen verheerenden Angriff auf die englische Stadt Coventry. Innenstadt, Industrieanlagen und die Kathedrale wurden dabei zerstört. 550 Menschen verloren ihr Leben. Nach dem Krieg entstand hier die Idee einer völkerweiten Versöhnung. Der damalige Dompropst Richard Howard ließ bei den Aufräumarbeiten drei große Zimmermannsnägel aus dem Dachstuhl der zerstörten Kathedrale, die aus den Trümmern geborgen wurden, zu einem Kreuz zusammensetzen. Er ließ außerdem die Worte „FATHER FORGIVE“ (Vater vergib) in die Chorwand der Ruine meißeln und aus zwei verkohlten Holzbalken ein großes Kreuz zusammensetzen.

Weltweit haben sich seitdem ökumenische Nagelkreuzgemeinschaften gebildet, die sich für Frieden und Versöhnung einsetzen. Das Nagelkreuz wird von der Kathedrale in Coventry überwiegend an Kirchengemeinden übergeben, um diese in ihrer Versöhnungs- und Friedensarbeit zu stärken. In Deutschland zählen wir 63 Orte mit regelmäßigem Versöhnungsgebet in 49 Städten.

Im Jahre 1959 wurde das Versöhnungsgebet von Coventry formuliert und wird seitdem an jedem Freitagmittag um 12.00 Uhr im Chorraum der Ruine der alten Kathedrale in Coventry gebetet. Die deutsche Übersetzung, die seit Oktober 2015 von der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e. V. beschlossen ist, lautet:

Alle haben gesündigt und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten. (Römer 3,23)

Darum beten wir: Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse, Vater, vergib. Das Streben der Menschen und Völker zu besitzen, was nicht ihr eigen ist, Vater, vergib. Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet, Vater, vergib. Unseren Neid auf das Wohlergehen und Glück der anderen, Vater, vergib. Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen, Heimatlosen und Flüchtlinge, Vater, vergib. Die Gier, die Frauen, Männer und Kinder entwürdigt und an Leib und Seele missbraucht, Vater, vergib. Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen und nicht auf Gott, Vater, vergib. Seid untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem anderen, gleichwie Gott euch vergeben hat in Jesus Christus. (Epheser 4,32) AMEN

(Diakon Awiszio)


 

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