August 2021

Wochengebet

27.08. - 03.09.2021

Diese Woche habe ich ein Gebet von Dom Helder Camara (1909 - 1999) gewählt.
Ein Gebet, eine Meditation zum Nachdenken, die uns herausfordert, Widerspruch 
hervorbringt und doch voller spiritueller Weisheit ist.
Sag ja zu den Überraschungen,
die deine Pläne durchkreuzen,
deine Träume zunichtemachen,
deinem Tag eine ganz andere Richtung geben –
ja vielleicht deinem Leben.
Sie sind nicht Zufall.
Lass dem himmlischen Vater die Freiheit, deine Tage zu bestimmen.
aus: Helder Camara, Mach aus mir einen Regenbogen, Zürich 1981
Dom Helder Camara war einer der bekanntesten und beeindruckendsten Christen des letzten 
Jahrhunderts. Er war Bischof in Rio de Janeiro und von Recife in Brasilien, setzte sich sein 
Leben lang für die Armen und Benachteiligten ein und war ein wichtiger Motor für das zweite 
vatikanische Konzil, das die „Option für die Armen“ zu einer weltweiten Bewegung werden 
ließ. Er legte sich mit den Mächtigen dieser Welt an und setzte sich unentwegt für 
Gerechtigkeit und faire Verhältnisse ein. Er tauschte als erster Bischof seinen Palast mit einer 
schlichten Wohnung. Berühmte Zitate von ihm sind: 
„Wenn ich den Armen zu essen gebe, nennen sie mich einen Heiligen. Wenn ich frage, 
warum die Armen kein Essen haben, nennen sie mich einen Kommunisten“ Es ging ihm also 
nicht um Almosen für die Armen, sondern um Veränderung, um Strukturen für eine gerechte 
Welt.
„Ich ziehe eine verfolgte Kirche einer Kirche der Kompromisse tausendmal vor.“ (Dom 
Helder Camara)
Sein berühmtester Satz ist vielleicht dieser: 
„Wenn einer allein träumt, bleibt es ein Traum. Träumen wir aber alle gemeinsam, wird es 
Wirklichkeit.“
Dazu gilt es wohl wie in dem zitierten Gebet anklingt, sich offen zu halten für das, was mir 
begegnet.

Diakon Awiszio 


 

Wochengebet

20.08. - 27.08.2021

Liebe Gemeinde, vielleicht haben Sie diesen Sommer genutzt, um schöne Ausflüge zu machen oder Urlaub in Landschaften, die Sie vorher noch nicht kannten. Immer wieder gern besucht sind Orte, in denen eine Burg zu sehen ist. Diese Mauern aus vergangenen Jahrhunderten vermitteln ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Wenn wir durch die Tore eintreten, können wir uns vorstellen, wie es den Menschen damals ging: Wer die Burg erreicht hatte und die Tore dann geschlossen waren, der brauchte sich vor Überfällen und Feinden nicht zu fürchten.
In den Psalmen der Bibel ist die Burg eine Beschreibung für Gott. Der Beter hofft auf Schutz, Rettung und Hilfe und bittet:
Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir hilfst! (Psalm 31,3)
Gott, unsere Burg, unser starker Helfer – wenn wir Bedrohungen erleben, wenn Menschen uns Böses wollen, wenn wir Schweres zu tragen haben, was uns den Boden unter unseren Füßen wegziehen kann, dann können wir wie der Beter uns an Gott wenden und darauf vertrauen: Gott ist wie ein Fels, wie eine Mauer um uns herum und schützt uns. Auf ihn können wir uns verlassen. 

Liebe Gemeinde, in diesen Tagen werden wir erneut erschüttert von Bildern, dieses Mal nicht aus unserem eigenen Land, sondern aus Kabul. Bilder, die verzweifelte Menschen zeigen, die sich an Flugzeuge hängen, die einfach nur wegwollen.  Menschen, die einen Zufluchtsort suchen, eine feste Burg, die sie schützt. Wir hören von Soldaten, die unter Gefahr für Leib und Leben versuchen, noch Menschen aus dem Land zu bringen. Wir hier können Gott darum bitten, dass er diesen Menschen Zuflucht, Fels und Burg ist, dass er sie schützt und möglichst viele Leben rettet. 
Und so wie Gott eine Burg ist für uns Menschen, so können auch wir eine Burg sein für die, die um ihr Leben fürchten. Machen wir unsere Herzen und die Tore unserer Burgen, unserer Landesgrenzen, auf für die, die um ihr Leben bangen. Ohne Angst vor Flüchtlingswellen, sondern mit Empathie für Menschen in Gefahr. Wir können ihnen Schutz geben, eine Burg für sie sein.
Besuchen Sie einmal wieder eine Burg und erleben sie dieses Gefühl, geborgen und beschützt zu sein. Dann werden wir dankbar, dass wir in einem Land voller Frieden und Freiheit leben. Vielleicht denken Sie dann auch an Gott: so ist er auch für Sie! Darüber kann man wirklich froh werden.  Ein gutes Gefühl, das wir auch anderen geben können. 

(Pfrn. Rylke-Voigt) 


 

Wochengebet

13.08. - 20.08.2021

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt                  und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,      der spricht zu dem Herrn:                                              Meine Zuversicht und meine Burg,                                mein Gott, auf den ich hoffe. (Psalm 91,1-2)


Wenn es feste regnet, sind wir froh, wenn wir einen Regenschirm aufspannen können. Der Schirm schützt uns erst einmal vor dem Regen und wir werden nicht gleich nass.
Im Sommer gibt es zum Glück auch die großen Schirme. Da passt nicht nur eine Person drunter, sondern mehrere.  Der Sonnenschirm schützt uns vor der Sonne,  damit uns nicht allzu warm wird und wir nicht schwitzen.  Oder wenn wir lange darunter sitzen, bekommen wir keinen Sonnenbrand.
Unter einem Schirm fühlen wir uns geschützt und geborgen.  Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen.  Wir können zuversichtlich unsere Wege gehen oder uns mit anderen treffen.
Diese Zuversicht mögen in dieser Woche auch all die vielen Schülerinnen und Schüler erfahren, die ihren allerersten Schultag oder den ersten Schultag auf einer weiterführenden Schule haben.  Das ist für Kinder wie für Eltern oft schon aufregend genug. Es beginnt ein neuer Lebensabschnitt, Vertrautes ist bereits verlassen worden, Neues gilt es zu erobern:  Ein neues Schulgebäude, Lehrer und Lehrerinnen, neue Freunde und Freundinnen.  In diesem Jahr beginnt diese Zeit immer noch unter dem Vorzeichen der Pandemie und deren vierten Welle.  Wie viel Unsicherheit, Sorgen und Ängste mögen da mitgehen.
Da ist es gut, zu wissen und sich im Schulgottesdienst zu vergewissern:                              Gott hält seine schützende Hand über alle Kinder.  Indem er sie segnet, --  also seine Nähe und Begleitung zuspricht, --  zeigt er, dass er will, dass es den Schülerinnen und Schülern gut geht.  Ihm können sie vertrauen und zuversichtlich nach vorne schauen.


Denn Gott hat seinen Engeln befohlen,                      dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,          dass sie dich auf Händen tragen                               und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.       (Psalm 91,11-12)

(Pfr. Grimm) 


 

Wochengebet

06.08. - 13.08.2021

Herr Jesus Christus.
Wir müssen dir bekennen:
Wir tragen manchen Menschen,
die an uns schuldig wurden, ihre Schuld nach.
Tag für Tag ,
Jahr für Jahr.
Manchmal ein ganzes Leben.
Wir wollen ihnen nicht vergeben,
wir wollen ihnen nicht vergessen, 
was sie uns angetan haben.

Berge von Schuldvorwürfen
häufen wir auf,
zwischen uns und diesen Menschen,
dass wir sie darüber
bald gar nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Herr Jesus Christus,
lass uns vor dir erkennen,
dass wir auch an dir schuldig werden,
wenn wir dich um Vergebung unserer Schuld bitten,
Anderen aber die Vergebung ihrer Schuld
schuldig bleiben.
Leite unser Herz zur Umkehr,
damit wir das Geschenk der Vergebung, 
dass wir durch dich empfangen,
an Andere weiterreichen.

So lass uns auch denen vergeben können,
die nicht so sind,
wie wir sie haben möchten.
Und hilf uns zu erkennen,
dass uns auch mit unserem größten Widersacher
noch verbindet,
dass wir beide
von deiner Vergebung leben. Amen.

(Pfr. Naumann) 


 

Altpapiersammlung - Termine 2021

13.11.2021