April 2022

Monatsgebet

HERR, du bist unsre Zuflucht für und für. 


Egal, ob in deinen Kirchen oder Kathedralen, die wir Dir zu Ehren aufgerichtet haben, in den Ruinen Deiner Häuser, die den Feuersturm der Zeiten nicht standhielten, aber und trotzig daran erinnern, dass Du selbst in den Feuerstürmen der Zeit und im Leid mitten unter uns bist. 


Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. 


Es ist Dein Weinberg, in dem wir arbeiten. Es gab ihn schon vor unserer Zeit und wir werden ihn an Andere nach uns weitergeben. Du schaust auf uns, wie wir ihn bebauen und pflegen, wie wir in ihm die Ernte verteilen und wie wir dabei miteinander umgehen.


Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder! Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, sie sind wie ein Schlaf, wie ein Gras, das am Morgen noch sprosst, das am Morgen blüht und sprosst und des Abends welkt und verdorrt.


Wir merken eines, egal ob Kaiser, König, Präsident oder Papst, Managerin oder Arbeiterin, Idol oder Wissenschaftlerin: wir sind nur kleine Räder im Laufe der Jahrtausende. Unsere Fußspuren verblassen- manche treten in sie hinein, aber wir kommen und gehen und Du allerdings bleibst und schaust auf deinen Weinberg.  


Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen, und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahinmüssen. Denn unsre Missetaten stellst du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht. Darum fahren alle unsre Tage dahin durch deinen Zorn, wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz. 


Und Du siehst, was wir denken, was wir sagen, wie wir handeln, uns irren, falsche Wege bestreiten wider aller Vernunft und entgegen dem, was wir wissen. Und dabei haben wir dein Wort und wir schieben es so oft gern beiseite. Und dann kamst Du als Christus zu uns und zeigtest uns einen neuen Weg- zu denken, zu sprechen und zu handeln, andere zu sehen.


Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon. Wer glaubt's aber, dass du so sehr zürnest, und wer fürchtet sich vor dir in deinem Grimm? Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. 


Wirklich viel Zeit, das zu begreifen, was du uns durch Jesus Christus, sein Leben mitten unter uns, seinen Weg an das Kreuz und sein Leiden für mich sagen willst, haben wir nicht. Es zu hören und zu begreifen, mich neu zu denken und zu verändern, Abstand zu nehmen von einem alten Ich, das mir vielleicht lieber gewesen ist, das alles kostet Zeit und Kraft und es gelingt mir nicht immer, manchmal gar nicht. Und doch siehst du gerade mich und fragst mich. Was hast Du einem meiner geringsten Brüder getan? 


 HERR, kehre dich doch endlich wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig! Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang. Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden. Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Herrlichkeit ihren Kindern. Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unsrer Hände bei uns. Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern!
Ja HERR, gib uns Kraft und Zuversicht so zu sein, wie du es uns durch Jesus Christus aufgetragen und vorgelebt hast: mutig und laut einzutreten für den geringsten deiner Schwestern und Brüder. Du bist für uns bis an das Kreuz gegangen, hast jeden Schmerz und jede Demütigung ausgehalten- für jeden auf dieser Welt. Ich habe es in der Karwoche wieder vor Augen. Menschliche Schwächen und Niedertracht, deinen guten Plan trotz des Bösen überall und Deine Kraft und Stärke, all das zu überwinden für das Leben. Gib mir auch etwas davon – damit ich helfen kann, dem Rad der scheinbar unausweichlichen Dinge in die Speichen zu greifen und im Getöse der Welt dem Glockenspiel deiner Liebe zu uns Gehör zu verschaffen.               Amen.

 

Monatsgebete

Das Monatsgebet finden Sie am Ende jeden Monats im jeweiligen Reiter.